SachwertBasisFonds I (SWBF I)

Nils von Schmidt

Head | Farm & Forest Investments

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Market

Wälder erfüllen viele Funktionen: Sie bewahren z. B. wertvollen Erdboden vor Erosion, tragen zur Erhaltung der Artenvielfalt bei, binden das Treibhausgas CO2 und speichern Wasser2. Mit rd. vier Mrd. Hektar ist knapp ein Drittel des Festlandes auf der Erde von Wäldern bedeckt. Die Russische Föderation hat mit 20 % dieser Waldfläche den größten Forstbestand, gefolgt von Brasilien, Kanada, den USA und China. Diese fünf Länder vereinen zusammen mehr als die Hälfte der Wälder der Welt3.

Als Rohstofflieferanten spielen Wälder eine wichtige Rolle für die Bau- und Papierindustrie und für viele andere Branchen: Bäume stellen die Grundstoffe für über 5 000 Produkte unseres Alltags4. Im Zuge der Globalisierung ist die Nachfrage nach Forstprodukten stark gestiegen5.

Das Jahr 2011 war von unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Märkten gekennzeichnet. Einerseits war z. B. der Hausbau in den USA und der EU nach wie vor durch die angespannte Wirtschaftslage geprägt und der Bedarf für Bauholz entsprechend gering. Diese geringe Nachfrage wurde jedoch im zweiten Halbjahr 2011 durch den großen chinesischen Importbedarf an Bauholz zum großen Teil ausgeglichen. Einer Studie der International Wood Markets Group zufolge sollen in den nächsten fünf bis zehn Jahren 200 Mio. chinesische Familien vom Land in Stadtgebiete ziehen. Rd. 60 % des Hausbzw.
Wohnungsbestandes seien jedoch zu klein oder mangelhaft, sodass die chinesische Regierung den Bau von zwölf Mio. Wohnungen allein bis einschließlich 2013 fördern will6.

Aufgrund dieser Trends wird mit einem anhaltend hohen Bedarf Chinas an Holzimporten gerechnet, da das Land seine Nachfrage mit der eigenen Produktion nicht decken kann7. Auch der Bedarf an Zellstoffprodukten, wie etwa Papier, soll sich mit dem schnellen Wachstum der Mittelklasse in Asien erhöhen8.

Von der Nachfrage Chinas nach Bauholz und auch Zellstoff hat in 2011 die brasilianische Forstwirtschaft profitiert, auch die Binnennachfrage verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr9. 2012 begünstigte die schwache brasilianische Währung Exporte von Bau- und Sperrholz10. Die Binnennachfrage ging in 2012 zurück, doch wird für die nächsten Jahre erwartet, dass die Vorbereitungen Brasiliens als Gastgeber zweier Großereignisse den inländischen Bedarf wieder erhöhen: Brasilien wird 2014 die Fußballweltmeisterschaft und 2016 die Olympischen Spiele ausrichten11.

Neben Bauholz und Zellstoff gewinnt ein drittes Marktsegment an Bedeutung: Holzrohstoffe, die sich zur Energieerzeugung nutzen und z. B. zu Heizpellets verarbeiten lassen, sind im Zuge der Förderung Erneuerbarer Energien begehrt12. Außerdem erhöht sich mit dem Trend zu umweltverträglicher Bauweise die Nachfrage nach passenden Baustoffen – z. B. nach Hölzern, die vom Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert sind und aus nachhaltig und sozial verträglich bewirtschafteten Wäldern stammen13.

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